Einsatz des Leitrechen-Bypass-Systems
nach Ebel, Gluch & Kehl
an zwei Pilot-Standorten

Tech­nis­che Daten, Betrieb­ser­fahrun­gen, Planungspraxis

Die Wasserkraft gehört sowohl im europäischen als auch im globalen Maßstab zu den bedeutendsten regenerativen Energiequellen. Ihre Nutzung trägt einerseits zur Begrenzung klimaschädlicher Emissionen und zur Schonung fossiler Energieträger bei, verursacht aber andererseits tiefgreifende Veränderungen der Gewässer und ihrer Lebensgemeinschaften. Eine biologisch bedeutsame Folge der Wasserkraftnutzung ist die Tötung flussabwärts wandernder Fische durch Turbinen und andere technische Einrichtungen. Betroffen hiervon sind vor allem diadrome, zwischen Süßwasser und Meer wandernde Arten, wie etwa Aal oder Lachs, da diese dem kumulativen Einfluss aller Wasserkraftanlagen (WKA) in dem zu durchwandernden Gewässerabschnitt unterliegen.

Ausgehend von diesen Problemen und neuen rechtlichen Maßgaben setzte in den beiden vergangenen Jahrzehnten eine verstärkte Forschungstätigkeit zur Entwicklung technischer Lösungen für den Fischschutz und Fischabstieg an Wasserkraftanlagen ein. Ein Ergebnis dieser Aktivitäten ist das Leitrechen-Bypass-System nach Ebel, Gluch & Kehl, das im Zeitraum 1999–2001 konzipiert und im Jahr 2006 an der Pilot-WKA Halle-Planena erstmals praktisch ausgeführt wurde. Entsprechend den damals gültigen rechtlichen Vorgaben wurde für den Leitrechen eine lichte Stabweite von 20 mm gewählt. Zur Verbesserung der Schutzwirkung für abwandernde Aale, Lachse und andere Arten wurde im Jahr 2009 im Rahmen weiterführender Entwicklungsarbeiten ein Leitrechen mit einer lichten Stabweite von 10 mm konzipiert. Die praktische Realisierung erfolgte an der Pilot-WKA Öblitz bei Goseck, die im Jahr 2017 ihren Betrieb aufnahm.

Ein ausführlicher Beitrag hierzu ist in der Ausgabe 2 dieses Fachmagazins nachzulesen.

 

Für den ein­wand­freien Betrieb der Seite wer­den Sitzungs-​Cookies auf Ihrem Rech­ner gespe­ichert. Sie wer­den automa­tisch bei Sitzungsende gelöscht. Wenn diese Cook­ies abgelehnt wer­den, funk­tion­iert die Seite eventuell nicht mehr richtig.
Wir set­zen keine Tracking-​Cookies!