Schachtkraftwerk in der Loisach –
ein langer Weg vom physikalischen Modell zur Pilotanlage

Ein­führung

Die Technologien in der regenerativen Stromerzeugung haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten sowohl bezüglich der Effizienz als auch der Wirtschaftlichkeit rasant entwickelt, sodass die frühere Dominanz der Wasserkraft als grüner Strom erheblich zurückgedrängt wurde. Durch ökologische Eingriffe in Fließgewässer hat die Wasserkraft zusätzlich an Akzeptanz eingebüßt und außerdem haben sich die gesetzlichen Auflagen für Neuanlagen mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie (ökologisches Verschlechterungsverbot) sowie dem deutschen Wasserhaushaltsgesetz erheblich verschärft. Naturschutzverbände fordern schon seit vielen Jahren ein generelles Neubauverbot.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gibt es nach wie vor überzeugende Argumente auf die regenerative Stromerzeugung aus Wasserkraft zu setzen, weil sie grundlastfähig ist, eine lange Lebensdauer mit einem herausragenden energetischen Erntefaktor besitzt und außerdem bei ungenutzten Querbauwerken eine ökologische Verbesserung durch Schaffung der Durchgängigkeit erfüllen kann. Die zentrale Herausforderung einer modernen und zukunftsfähigen Wasserkraftnutzung besteht also darin, die praxistaugliche und ökologische Wasserkrafttechnik voranzubringen. An der Technischen Universität München (TUM) war man deshalb motiviert ein kompaktes Kraftwerkskonzept für eine naturverträgliche Nutzung der Laufwasserkraft zu entwickeln, das sich sowohl für die Kleinwasserkraft als auch für Anlagen im größeren Leistungsbereich eignet und insbesondere in bestehende Querbauwerke nachgerüstet werden kann. Nach langjähriger Forschung und Entwicklung konnte die Grundidee einer barrierefreien im Staukörper integrierten und überströmten Kraftwerksanlage mithilfe von physikalischen Modellen sowie einer 35-kW-Prototypanlage Praxisreife erlangen. Als erste größere Naturanlage wurde im oberbayerischen Gebirgsfluss Loisach das innovative Wasserkraftkonzept „Schachtkraftwerk“ in eine Raue Rampe baulich umgesetzt und im Februar 2020 in Betrieb genommen. Mittlerweile sind bereits mehrere Hochwasserabflüsse mit starken Geschiebe- und Treibholzfrachten aufgetreten, weshalb bereits die ersten Betriebserfahrungen relativ fundierte Aussagen zulassen.

Ein ausführlicher Beitrag hierzu ist von Albert Sepp aus München in der Ausgabe 4 des Quartalsmagazins „Wasserkraft & Energie“ nachzulesen.

 

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